"Ich muss verrückt sein so zu leben" von Shane Claiborne

Aufgewachsen im Zentrum christlicher Konsumkultur, fünfmal „bekehrt“ bei christlichen Jugendcamps und umgeben von einer traditionellen Kirchengemeinde, in welcher der Begriff Gemeinschaft aus dem Vokabular gestrichen wurde, fühlt sich Shane Claiborne weit weg vom Herrn des Universums. Er hat den Eindruck, dass mehr hinter dem Christentum stecken müsse und macht sich auf die intensive Suche nach Gott. Diese Suche führt ihn zu den Armen der Stadt, zu den Verzweifelten und Ausgestoßenen. Auf einer Pilgerreise nach Indien, auf der er Mutter Teresa besuchen will, begegnet er Leprakranken, in deren Augen er Jesus erblickt. Auf den Straßen von Kalkutta entwickelt sich in seinem Herzen die Vision, die sein Leben bestimmen wird: Gemeinschaft mit den Armen zu leben und ihnen zu helfen. Den Verzweifelten nicht nur mit finanzieller Abhilfe zu begegnen, um das eigene schlechte Gewissen zu beruhigen, sondern Zeit und Liebe in sie zu investieren.
Auf ironisch-kritische Weise, gespickt mit trockenem Humor und doch absolut ins Herz treffend beschreibt Shane seinen Weg mit Gott, der ihn in die Gemeinschaft mit den Verachteten dieser Welt führt, aber sein Herz erfüllter werden lässt. Shane selbst fragt, ob es nicht verrückt sei so zu leben. Doch bisweilen fragt sich der Leser, ob Shane nicht derjenige ist, der die normale Variante des Christseins vorlebt und wir die Verrückten sind, die ein aufregendes Leben mit dem Herrn verpassen.
Am Ende dieses Buches verspürt man eine starke Sehnsucht nach mehr gelebtem Christsein. Nach echter Nachfolge. Nach mehr von Jesus im eigenen Leben. Nach einer eigenen Vision. Dieses Buch ermutigt, stärker nach dem Herzen Gottes zu suchen und den eigenen Herzschlag dem seinen angleichen lassen zu wollen.
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1 Comments:
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